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Siehe  auch:  Rudolf Ebertshäuser    zur TR Problematik   Fehler und Widersprüche in der Bibel?

 

            Die Verbalinspiration – Kennzeichen der heiligen Schrift

 

1) Verbalinspiration – der entscheidende Unterschied

Im Verlauf der Menschheitsgeschichte entstanden viele religiöse Bücher, Werke und Schriften und bis in unsere Tage treten Menschen mit dem Anspruch göttlicher Autorität auf.
Ein Buch – die Bibel – grenzt sich jedoch von allen anderen religiösen und philosophischen Schriften und Lehren ab. Sie behauptet von sich, wörtlich von Gott eingegeben bzw. vom Heiligen Geist inspiriert zu sein.

Alles, was diesem Buch widerspricht, muss seinen Ursprung in anderen Quellen haben – wie etwa menschliche Phantasie oder Dämonie (1Tim 4,1). So kann die Lehre des Islam, der die in der Bibel bezeugte Gottessohnschaft Jesu Christi bestreitet, oder der Katholizismus, der die  biblischen Lehre, dass der Mensch allein aus Glauben an Jesus Christus gerettet werden kann, durch Werksgerechtigkeit und Sakramentalismus außer Kraft setzt, nicht den selben Ursprung in dem Gott haben, der behauptet, sein Wort durch seinen Geist hervorgerufen zu haben. Ist die Lehre der wörtlichen Eingabe der Bibel durch den lebendigen Gott wirklich Tatsache, dann ist dieses Wort letzte und einzige Autorität und alles muss daran gemessen werden. Ja sogar die entscheidende Frage, wo Menschen die Ewigkeit verbringen werden, kann nur verbindlich geklärt werden, wenn es eindeutig erwiesen ist, dass Gott in seinem Wort gesprochen hat.
Das Wort „Verbalinspiration“ setzt sich zusammen aus dem lateinischen „Verbum“, das „Wort“ bedeutet, verbunden mit „in“ für „in“, „hinein“ und „Spiritus“ für „Geist“ und gibt in etwa das neutestamentliche Wort „
theopneustos“ (2. Tim 3,16) wieder, das „gottgehaucht“ bedeutet.

Da mit der Lehre der Verbalinspiration die ganze Autorität der Bibel steht und fällt, wird im Folgenden untersucht, was darunter im Einzelnen zu verstehen ist.

2) Alle Schrift ist von Gott eingegeben

Diese Aussage in 2. Tim 3,16 umfasst ausnahmslos den gesamten Umfang des Alten und Neuen Testamentes, von 1Mose Kapitel 1 bis Offenbarung Kapitel 22 und beinhaltet auch Abschnitte, die manchen missfallen und in Frage gestellt werden: Evolutionisten etwa finden es inakzeptabel, dass Gott in sechs Tagen die Welt erschaffen haben soll, Feministen bestreiten, dass Frauen in den Gemeinden schweigen sollen und Vertreter der Allversöhnungslehre lehnen es ab, dass Ungläubige ewig verdammt werden könnten. Wenn jedoch alle Schrift von Gott eingegeben wurde, dann hat auch jede Lehre der Schrift gleiche Verbindlichkeit.

3) Die Lehre der Inspiration – 1. Korinther Kapitel 2

Im 1.Korintherbrief stellt Paulus menschliche und göttliche Weisheit gegenüber. Die Predigt des Apostels hat ihren direkten Ursprung in Gott selbst. Um die Lehre der Inspiration nachvollziehen zu können, gibt uns das 2. Kapitel genaueren Aufschluss darüber, wie Paulus diese Weisheiten erhalten hat und wie sich diese in seiner Predigt und seinen Schriften niederschlagen.

A) Vers 4+5: Das Glaubensfundament – nicht menschlich, sondern göttlich !

„Und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gotteskraft.“


“Irren ist menschlich“ – wie fatal wäre es, wenn das Leben auf einer rein menschlichen Philosophie aufgebaut werden müsste. Leider haben viele Menschen ihr Leben an Weisheiten orientiert, die sich andere Menschen ausgedacht haben. Wie viele haben sogar ihr Leben gelassen, weil sie für die Ideen des Kommunismus oder des Nationalsozialismus gekämpft haben, die sich geschichtlich als Irrtum erwiesen haben und wie viele Kriege wurden im Namen der Religionen schon geführt, in denen Millionen Menschen umgekommen sind. Im Gegensatz dazu bietet der Glaube an Gottes Wort, wie es von Paulus verkündigt wurde, ein von menschlichen Vorstellungen freies und daher auch irrtumsloses Fundament, auf dem der Glaube sicher ruhen darf. Dieser Glaube muss nicht ständig dem Zeitgeist neu angepasst oder laufend revidiert werden, sondern bringt Menschen mit der Kraft Gottes in Verbindung.  Soll die Verkündigung der Gemeinden heutzutage die gleiche lebensverändernde Kraft haben, so muss sie sich von jeder Menschenweisheit frei machen und am geschriebenen Wort Gottes fixiert bleiben. 

B) Vers 6: Die Weisheit dieser Welt vergeht – Gottes Wort bleibt !

„Wir reden allerdings Weisheit, unter den Gereiften; aber keine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen.“

 

Sämtliche Theorien, Religionen und Vorstellung, die Philosophen, politische oder religiöse Führer entwickelten, haben eine Gemeinsamkeit: sie werden vergehen ! Im Gegensatz dazu wird Gottes Wort nie untergehen. In Mark 13,31 wird über dieses Wort folgendes ausgesagt „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“. Gottes Wort ist nicht von dieser Welt, sondern hat seinen Ursprung in der Ewigkeit, ist daher keiner Vergänglichkeit unterworfen und muss nie umgeschrieben werden.

Das Verständnis der Weisheit von oben, setzt geistliche Reife voraus. Nach 1.Kor 3,2 konnte Paulus die göttliche Weisheit, aufgrund der zahlreichen Schwierigkeiten in Korinth, nur leicht dosiert vorsetzen. Um Gottes Weisheit vermehrt aufnehmen zu können, ist ein geistlicher Entwicklungsprozess notwendig.

C) Vers 7: Gottes Weisheit: Einst verborgen – jetzt geoffenbart !

„Sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlichkeit,“


Der vergänglichen Weisheit der Welt stellt Paulus nun eine andere Weisheit entgegen. Diesen Gegensatz leitet er mit dem Wort „sondern“ ein und verdeutlicht damit, dass menschliche und göttliche Weisheit nichts gemeinsam haben: Menschliche Weisheit wird von den „Obersten der Welt“ erfunden, d.h. von den jeweils aktuellen Meinungsmachern, Philosophen oder Idolen und entspringt den verschiedenen Zeitströmungen dieser Welt. Göttliche Weisheit entstammt von Gott selbst und war bereits vor der Welt im Herzen Gottes verborgen.

Paulus redet von diesen ewigen Ratschlüssen Gottes, die ihren Höhepunkt im Kommen des Messias Jesus Christus erreicht haben. Nach 1.Kor 1,24 ist Christus – Gottes Kraft und Weisheit – der Inhalt der Predigt von Paulus. Ein in Schwachheit gekreuzigter Christus widerspricht aller menschlichen Weisheit, aber entspricht den Vorstellungen Gottes.

Diese Weisheit Gottes ist vor Erschaffung der Welt zur Herrlichkeit der Gemeinde bestimmt und wurde Paulus und den anderen Aposteln von Gott selbst geoffenbart.

Den gleichen Gedankengang des Korintherbriefes findet man in Römer 16,25: „Dem aber, der euch stärken kann laut meines Evangeliums und der Predigt von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen gewesen, jetzt aber offenbart und durch prophetische Schriften nach Befehl des ewigen Gottes zum Glaubensgehorsam an alle Nationen bekannt gemacht worden ist“.

ð     Das Evangelium war verschwiegen bis zu der Zeit, in der der ewige Gott den Befehl zu dessen Offenbarung und Niederschrift in den Briefen des Paulus gegeben hat. Paulus behält die Offenbarung Gottes nicht für sich, sondern redet davon und verkündigt sie den Menschen, auf dass diese zum Glauben an Jesus Christus kommen.

ð     Der Ursprung von Gottes Wort liegt also nicht in Paulus selbst, sondern in Gottes Ratschluss.

D) Vers 8: Die personifizierte Weisheit Gottes Jesus Christus – von der Welt verkannt !

„welche keiner der Obersten dieser Welt erkannt hat; denn hätten sie sie erkannt, so würden sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben.“

 

Die Konfrontation von göttlicher und menschlicher Weisheit wird in der Ablehnung von Jesus Christus deutlich. Die jüdische Führerschaft war in weiten Stücken von der göttlichen Weisheit des Alten Testamentes abgekommen und hat diese mit menschlichen Satzungen überlagert, so dass sie den durch die Propheten angekündigten Sohn Gottes nicht erkannten und ihn sogar an das Kreuz brachten. Wären sie auf der Grundlage des Wortes Gottes geblieben, so hätten sie Jesus Christus als Herrn und König erkannt. Aus dem gleichen Grund wurden über Jahrhunderte bibelgläubige Christen von der katholischen Staatskirche verfolgt und zu Millionen umgebracht, da durch Überfremdung mit menschlichen Dogmen, Lehren und Vorstellungen die Weisheit Gottes im Evangelium nicht mehr zu erkennen war. Hätten die Inquisitoren die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie nicht die Nachfolger Jesu Christi verfolgt.

Dieser Vers zeigt, dass es keinen neutralen Boden gibt: Entweder bestimmt die Weisheit von oben die menschliche Erkenntnis oder Menschen geraten in geistliche Dunkelheit. Die geistige Finsternis der Menschen hatte ihren Höhepunkt, indem die personifizierte Weisheit Gottes – der Herrn der Herrlichkeit Jesus Christus – abgelehnt und grausam hingerichtet wurde.

E) Vers 9: Das Unvermögen der menschlichen Sinne

„Sondern, wie geschrieben steht: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen in den Sinn gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben»“

 

Indem Paulus frei aus Jesaja 64,4 zitiert, verweist er auf das Unvermögen der menschlichen Sinne – Sehen, Hören, Denken – göttliche Weisheit zu ergründen. Im nächsten Vers wird deutlich, dass Offenbarung von Gott selbst kommen muss. Für Christen ist es deutlich, dass die Herrlichkeit und Weisheit, die in Gottes Wort enthalten sind, nicht von Menschen erdacht werden konnten, sondern von Gott denen zugedacht sind, die ihn lieben. Ebenso ist die künftige Herrlichkeit, die die Kinder Gottes erwartet, von einer – für menschliche Sinne – unvorstellbarer Herrlichkeit.

F) Vers 10: Göttliche Offenbarung geschieht nur durch den Geist Gottes

„Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit.“

 

Gott überlässt die Menschen nicht eigenen Spekulationen, sondern will sich ihnen selbst mitteilen. Dies tut er, indem er seine Ratschlüsse, die in den Tiefen der Gottheit verborgen waren, den Aposteln durch seinen Geist mitteilt. Der Impuls dazu kommt nicht von den Menschen, so dass etwa Paulus sich um Offenbarungen aus eigenem Antrieb bemüht hätte, sondern der Initiator ist Gottes Geist selbst. Ihm hat es wohlgefallen sich zu seiner Zeit mitzuteilen.

1Petr 1,21 bezeugt dieselbe Wahrheit: „Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist.“

Dem stehen diametral alle Versuche der Menschen entgegen, durch eigene Phantasie oder Meditation in die Gottheit eindringen zu wollen, um göttliche Mitteilungen empfangen zu können.
Mit „uns“ versteht Paulus wohl zunächst die Apostel und Propheten. Da er jedoch die Offenbarung nicht allein für sich behält, sondern diese in seinen Schriften mitteilt, ist jeder Gläubige als Adressat göttlicher Offenbarung mit angesprochen.

G) Vers 11: Alle anderen Quellen scheiden aus

„Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch niemand erkannt, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes.“

 

Die Offenbarung muss von Gott selbst kommen und nur der Geist Gottes ist in der Lage Auskunft über die Ratschlüsse Gottes geben zu können. Daher hebt sich das Evangelium auch von allen Religionen ab, die auf menschliche Theorien und Vorstellungen zurückzuführen sind. Um Wissen über Gottes Pläne und Ratschlüsse zu erhalten, ist die Übermittlung durch den Geist notwendig. Es kann daher keine Erkenntnis über göttliche Dinge geben, außer dieser Geist teilt sie mit, ebenso wie niemand wissen kann, was ein Mensch denkt, wenn dieser es nicht selbst mitteilen will.

H) Vers 12: Besitz des Geistes Gottes ist notwendig

„Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind.“

 

Um Offenbarungen erhalten und verstehen zu können ist eine persönliche Verbindung zu Gott notwendig. Paulus hat in der Wiedergeburt den Geist aus Gott empfangen. Die Offenbarung der Geheimnisse Gottes umgeht aber nicht den menschlichen Verstand, sondern schenkt Paulus die Erkenntnisse und das notwendige Verständnis über die Dinge, die Gott mitteilen will. Aus diesem Grund ist es auch völlig ausgeschlossen, dass Menschen wie etwa Mohammed, als Mitteiler göttlicher Offenbarung in Frage kommen, da sie nicht durch den Heiligen Geist wiedergeboren wurden und dadurch keine Verbindung zu Gott hatten.

Paulus spricht hier in der Mehrzahl, da er diese Offenbarung nicht für sich selbst behalten hat und Verständnis für göttliche Dinge für jeden möglich ist, der diesen gleichen Geist durch Bekehrung zu Jesus Christus empfangen hat (Vers 15). Die Inhalte die Paulus geoffenbart wurden, sind für diejenigen nachvollziehbar, die den selben Heiligen Geist in sich haben wie Paulus selbst.

I) Vers 13: Die Inspiration der Worte erfolgt durch den Geist

„Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten.“

 

Die Weitergabe der Offenbarung Gottes geschieht in Worten, d.h. jedes Wort, das in den Briefen des Apostels niedergeschrieben wurde, ist buchstäblich vom Geist Gottes so angewiesen worden. Die Mitteilung von Dingen, die Gottes Geist weitergeben will, geschieht dadurch, dass der Geist selbst auch die Worte auswählt und geistliche Wahrheiten auch durch geistliche Mittel, d.h. vom Geist inspirierte Worte, vermittelt und mitgeteilt.

Der Lehrmeister, der hinter den Schriften des Apostels Paulus steht, ist kein Philosoph oder neuer Religionsstifter, sondern der Geist Gottes selbst und dieser wählt einzeln die genauen Worte aus, die Paulus in seinen Schriften weitergeben und niederschreiben soll. Dadurch ist das Evangelium völlig frei von Spekulationen über Gott und das Ziel (Vers 5) wird erreicht, dass der Glauben allein auf Gottes Weisheit zurückzuführen ist. Das griechische Wort für „deuten“ wird vor allem für die Erklärung von Trauminhalten verwendet. In diesem Vers gibt die Verwendung die Wiedergabe geistlicher Inhalte durch geistliche Mittel an.

J) Vers 14: Ohne Heiligen Geist – keine Erkenntnis Gottes !

„Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.“

 

Ebenso wie es für die Apostel und Propheten Voraussetzung, war den Geist Gottes zu haben, um Offenbarung von Gott zu empfangen (Vers 12), so ist der Besitz des Geistes Gottes notwendig, um diese Dinge auch zu verstehen. Die Weisheit Gottes ist für die Gemeinde bestimmt und niemand der Jesus Christus ablehnt und den Geist Gottes somit nicht empfangen kann, wird in der Lage sein, die Mitteilungen des Geistes Gottes in den Schriften der Apostel verstehen zu können. Wer sich nicht vor Gott beugen will, wird nie im Stande sein dessen Weisheit verstehen zu können.

K) Vers 15: Urteilsfähigkeit durch den Heiligen Geist

„Der geistliche dagegen beurteilt/erforscht zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt.“


Zum Urteilsvermögen über geistliche Inhalte und Gottes Wort zu erforschen ist nur in der Lage, wer den Heiligen Geist in der Wiedergeburt empfangen hat. Wer Gottes Wort als Richtschnur erkannt hat, wird frei von menschlichen Maßstäben und Beurteilungskriterien und lässt sein Leben nur von geistlichen Prinzipien beurteilen. Dieses Wort muss Maßstab sein, wonach jegliche Theologie beurteilt werden muss. Zurechtweisung, Ermahnung und Korrektur muss ihren Ursprung in Gottes Wort haben, ansonsten bleibt es menschliche Meinung, ohne Autorität über das Leben des Gläubigen. Indem Gottes Wort in der Kraft des Heiligen Geistes erforscht wird, bekommt der Christ den einzigen Bewertungskatalog über Leben und Lehre und alles ist im Lichte dieses Wortes zu beurteilen.

4) Zusammenfassung 1Kor 2

Im 2.Kapitel des 1. Korintherbriefes erhalten wir Auskunft über die Art und Weise, wie Gott sich in den Schriften der Apostel und Propheten mitgeteilt hat und welche Voraussetzungen nötig sind, diese Mitteilungen zu verstehen:

ð     Die Ratschlüsse Gottes haben ihren Ursprung vor Erschaffung der Welt. Sie sind in Gott verborgen, bis zum Zeitpunkt, in dem der Heilige Geist den Apostel und Propheten diese mitteilt.

ð     Der Heilige Geist allein ist in der Lage Auskunft über göttliche Inhalte zu vermitteln.

ð     Der Besitz des Heiligen Geistes ist Voraussetzung zum Empfang göttlicher Botschaften.

ð     Dieser Geist offenbart diese Mitteilungen den Aposteln und Propheten, die im Besitz des Geistes Gottes sind

ð     Dieser Geist schenkt ihnen die Einsicht, diese Botschaften auch zu verstehen.

ð     In den heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes werden die Offenbarung Gottes an die Apostel und Propheten niedergeschrieben.

ð     Die Niederschrift geschieht durch vom Heiligen Geist ausgewählte Worte. Dadurch werden geistliche Inhalte mit geistlichen Mitteln mitgeteilt.

ð     Nur Gläubige können die heiligen Schriften durch den innewohnenden Geist auch verstehen. Dies ist der selbe Geist, der die Offenbarung gegeben hat und die Worte Gottes eingegeben hat.

ð     Für Menschen ohne Heiligen Geist bleibt die Bibel ein verschlossenes Buch und eine Torheit

5) Die Überlieferung und Bewahrung des inspirierten Wortes

1. Kor 11:23 „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe“


Die Offenbarungen, die die neutestamentlichen Schreiber vom Herrn selbst empfangen haben, wurden den Gemeinden in Briefen mitgeteilt. So wurde es möglich, dass auch nach dem Tod der Apostel, Gottes Wort erhalten blieb und gelesen werden konnte:

2Pet 1:15 „Ich will aber Fleiß tun, dass ihr allezeit nach meinem Abschied solches im Gedächtnis halten könnt.“

Die Gemeinden kopierten und sammelten die Briefe der Apostel, so dass sie innerhalb kurzer Zeit über sämtliche Schriften des Neuen Testamentes verfügen konnten. 

Der frühe "Kirchenvater"  Irenäus bemerkt dazu: „Die von den Aposteln in der ganzen Welt verkündete Überlieferung kann jeder in der Kirche finden, der die Wahrheit sehen will“

A)Die Offenbarungsgaben bis zur Vollendung des Kanons

Bis zur Vollendung des Kanons mit Fertigstellung der Offenbarung, trug Gott Sorge, dass die Gemeinden durch Prophetie, Weissagung und Zungenreden, Erkenntnis über Gottes Ratschlüsse bekommen konnten. Das endgültige Aufhören dieser Offenbarungsgaben wird jedoch von Paulus angekündigt, indem er in 1. Kor 11,8 schreibt: seien es aber Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden“.

Der Apostel gibt den Zeitpunkt des Aufhörens dieser Gaben in Vers 10 an: „wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden“.

Paulus spricht in der Zukunftsform, da zur Abfassungszeit des Korintherbriefes die Kanonisierung noch nicht vollständig abgeschlossen war und einige Briefe, die Gott in seinem Wort haben wollte, noch nicht geschrieben waren. Die stückweise Erkenntnis durch die Offenbarungsgaben, die die Gemeinden bis dahin haben sollten, wird dann durch die Vollerkenntnis von Gottes Ratschlüssen im Kanon des Wortes Gottes abgelöst. Es ist kirchengeschichtlich erwiesen, dass mit dem Abschluss des Kanons, die Gabe der Prophetie, Weissagungen und die Zungenrede aufgehört hat.

B) Der Kanon der Heiligen Schrift

Jesaja 34:16 „Forscht im Buch des HERRN nach und lest! Es fehlt nicht eins von diesen, keins vermisst das andere. Denn der Mund des HERRN, er hat es befohlen; und sein Geist, er hat sie zusammengebracht.“

 

Die Zusammenstellung der Schriften zum Kanon des Neuen Testaments war keine eigene Leistung der Gemeinden, sondern geschah durch den selben Geist Gottes, der auch die Schreiber inspiriert hatte. Es wurde durch das Aufkommen verschiedener anderer v.a. gnostischer Schriften, die auch Irrelehren enthielten, wichtig, diesen Kanon der inspirierten Schriften zu verteidigen.

Obwohl die Überlieferung der Heiligen Schrift fortan Aufgabe der Gemeinde war, wachte Gott darüber, dass keines der Worte, die der Geist Gottes den Schreibern eingegeben hatte, über die Jahrhunderte, in denen das Neue Testament überliefert wurde, verloren ging.

Es war forthin die Verantwortung der Gemeinden, die Überlieferungen der Heiligen Schrift zu bewahren und weiterzugeben. So wurden die Schriften des Neuen Testament verbindliche Grundlage der Gemeinde über die Jahrhunderte.

Im Gegensatz zu anderen historischen Schriften, weist das Neue Testament eine einzigartige Überlieferungsgenauigkeit auf, so dass durch Gottes Bewahrung, jedes einzelne Wort der Heiligen Schrift bis heute erhalten ist.