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Griechischen Grammatik
zum Neuen Testament
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Hallo, Gott ist souverän. Er hat
Jakob geliebt und Esau gehasst (Rö9,13). Rö 9,15 + 16 sagt nun, dass es an
Gottes Erbarmen liegt, wem er gnädig ist. Er ist der Töpfer. Und der Ton
respektive das Gefäß kann nicht mit dem Töpfer diskutieren. Jedoch sagt 1. Tim
2,4, dass Gott will, dass alle Menschenerrettet werden und zur Erkenntnis der
Wahrheit kommen. Wessen Wille ist denn nun die Bekehrung? Und darüber hinaus
wird ebenfalls gesagt, dass es Gnade ist, dass jemand überhaupt
Sündenerkenntnis hat - dass selbst der Schritt zur Bekehrung, zum
Sündenbekenntnis ein Geschenk Gottes ist. Inwieweit ist es denn jetzt der
freie Wille des Menschen sich für oder gegen Gott zu entscheiden? Ich habe da
meine riesengroßen Zweifel und bitte um Aufklärung. Danke
im Voraus. hg Jens |
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Lieber Jens
eine spannende Frage, die Du stellst !
In Römer 9 wird bereits jeweils vorausgesetzt, wer
glaubt und wer nicht, d.h. Gott bestimmt - an dieser und an anderer Stelle der
Schrift - nicht den einen zum Glauben und den anderen zum Unglauben voraus.
Paulus greift in Röm 9 jedoch Gläubige und Ungläubige heraus, um bestimmte
Prinzipien des Heilshandeln Gottes deutlich zu machen (Jakob, Esau, das
ungläubige Israel, der gläubige Überrest, Pharao).
Der ganze Römerbrief hat ja das Thema der
göttlichen Gerechtigkeit, die JEDEM zugerechnet wird, der an Christus glaubt
(Röm 9,33; 10,4; etc.). Der Mensch selbst ist es, der verantwortlich ist -
Gott hat alles in Christus getan, damit Sünder selig werden können. In Folge
wird der Einzelne - oder ganze Völker - zu Ehre oder Unehre in Gottes
souveräne Pläne einbezogen - abhängig von Glaube oder Unglaube.
In Römer Kap. 9 wird das größtenteils ungläubige
Israel thematisiert - hier zählt nicht die genetische Abstammung, sondern auch
der Glaube (V.6-8). Diesem Volk kommt von Seiten Gottes der ganze Segen zu
(V.1-6) - genauso wie eigentlich Esau der ganze Segen zugekommen wäre, aber
durch den ungläubigen Widerstand von ihm genommen wurde.
Das Prinzip "Segen durch Glauben" war also schon
immer so, wie anhand von Jakob und Esau deutlich gemacht wird (V. 9-13). Esau
und seine Nachkommen waren Menschen des Unglaubens. In Maleachi wird hunderte
Jahre später über den Haß Gottes über diesen Weg, den Esau und seine
Nachkommen repräsentiert, gesprochen und Paulus nimmt dieses Zitat in seinen
Brief auf. Auch wird die Prophetie erwähnt, die Jakob und Esau VOR deren Leben
(einmal des Glaubens - einmal des Unglaubens, das in der Verachtung des Segens
des Erstgeburtsrecht und dann auch der weiteren Geschichte der Edomiter
deutlich wird) ausgesagt wurde (V.13). Hier geht es nicht um die Entscheidung,
wer von beiden glauben darf und wer nicht, sondern, dass der Mann des
Unglaubens - gegen die Regel des Erstgeburtsrecht, wegen seines Unglaubens -
Jakob dienen wird und den ihm zustehenden Segen nicht erhalten kann. Dies
zeigt sich auch in der Geschichte der Nachkommen Esaus, einem rebellischen
Volk.
Das gleiche gilt ab V. 18 für den Pharao, einem
Mann der Gott aufgrund seines Unglaubens Widerstand leistet. Trotzdem wird er
in Gottes souveräne Pläne einbezogen, da Gott wußte wie Pharao sich verhalten
werde und daher auch die Prophetie geben konnte, was geschehen werde. Gott
steht also nicht ratlos da, sondern kennt das Weltgeschehen und auch das
konkrete Verhalten und den Glauben oder Unlauben und handelt damit in seinen
Plänen, obwohl er niemals den Unglauben vorherbestimmt hat oder dafür
verantwortlich gemacht werden kann.
Der Ton in Folge (V.21) ist dann die eine Masse
Mensch, von denen die Gläubigen zur Ehre - die Ungläubigen zur Unehre Gottes
gebildet werden. Zur Unehre etwa widerspenstige Menschen wie Esau oder Pharao
oder das in der jetzigen Zeit größtenteils ungläubige Israel - zur Ehre etwa
Jakob und Menschen des Glaubens. Das Prinzip des Segens aufgrund des Glauben
(bzw. des Fluches aufgrund von Unglauben) zeigt sich dann ab V.22, nämlich,
dass das großteils ungläubige Israel verworfen wird, eben so wie Esau und die
Edomiter verworfen wurden - die Heiden hingegen, die den Glauben an den
Messias annehmen und gerettet werden und den ganzen Segen - wider das Prinzip
des Erstgeburtsrecht, das dem jüdischen Volk zukommt, erben.
In Römer 9 gibt es keinen Widerspruch dazu, dass
Gott jeden Menschen retten will - auch Pharao hatte ja die Gelegenheit zur
Umkehr, verschloss aber sein Herz, bis er schließlich von Gott verhärtet
wurde. Über allem steht aber der souveräne Gott, der die Gläubigen auserwählt
hat, für ihn ein Zeugnis zu sein und den Segen zu erben.
Beste Grüße aus Ingolstadt !
Peter
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